HOCHKLASSIG: Testbericht Fernglas SHG - Deutsches Waffenjournal

 

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Download: Testbericht DWJ

Ordentliche Optiken können ziemlich ins Geld gehen. In den letzten Jahren gingen
jedoch nicht nur die Premiumhersteller dazu über, bugetfreundlichere Optiken zu fertigen, sondern die Budgetmarken produzieren inzwischen oft auch Optiken, die mit dieser Konkurrenz locker mithalten können.

Eine solche hochwertige Budgetoptik

ist das neue DDoptics SHG 8 × 42.
Mit einem Preis von 1247 Euro ist es kein Schnäppchen: Es kostet über doppelt so viel wie seine Pendants der DDoptics-Pirschler- oder HD-Serie, ist somit allgemein das teuerste Fernglas im Sortiment von DDoptics und liegt preislich mit dem Konkurrenzglas von Zeiss gleichauf.

Das SHG im Namen des neuen Fernglases
der 2006 gegründeten Firma DDoptics steht für „Super high grade“.
Der Hersteller nimmt also bei seiner eigenen Einschätzung des Produkts kein Blatt vor den Mund.
Ob dies gerechtfertigt ist, soll der Test zeigen.
Gefertigt wird das Fernglas in Japan, doch die neunmonatige Entwicklungsarbeit und Berechnung der Optik fanden in Deutschland statt.

Schon auf den ersten Blick sieht man dem SHG 8 × 42 seinen erhöhten Qualitätsstandard an.

Augenmuscheln aus Metall
Direkt fallen die Brillenträgerokulare mit ihrer Mechanik aus Metall auf.
Das Bedienen dieser fühlt sich weitaus hochwertiger an als bei Pendants aus Kunststoff.
Der Clou dieser Okulare ist jedoch, das sie herausgeschraubt werden können. Dies erlaubt die gründliche Reinigung der Mechanik, sollte das notwendig ein.
Wer kennt nicht das Problem? Brillenträgerokulare sind Schmutzfänger, können aber meist nicht ordentlich gereinigt werden.

Auch die weiteren technischen Details sprechen für sich:
So hat das SHG eine echte Innenfokussierung. Die Fokuswalze läuft gleichmäßig und geschmeidig, wenn auch mit einem leicht wahrnehmbaren Schleifen, und hat genau den richtigen Widerstand. Sie liegt gut erreichbar und ist griffig strukturiert. Der Dioptrienausgleich befindet sich ebenfalls am Mitteltrieb des Fernglases.
Die mehrschichtvergüteten Linsen und Prismen sitzen in einem Körper aus leichtem und stabilem Magnesium, das wiederum von einer griffigen Gummiarmierung geschützt wird.

Pfiffiges Detail:

Die Ringe der Objektivschutzkappen sind beim SHG nicht nur lose über die Okulare gezogen, sondern sitzen gut gegen Verlust geschützt in einer Vertiefung in der Gummiarmierung.
Die Okularschutzkappe ist auf den Trageriemen aufgefädelt.

Zubehör 
Zudem sind eine gepolsterte Tasche zum Umhängen oder Befestigen am Gürtel, ein Reinigungstuch und ein hochwertiger, von Niggeloh gefertigter Trageriemen im Lieferumfang enthalten.
Der Trageriemen hat ein braunes, aus Leder und Loden bestehendes, an die Anatomie des Nackens angepasstes Polster.

Optik in der Praxis
Worauf kommt es bei einer Beobachtungsoptik vor allem an?
Natürlich auf die optische Qualität!
Hier lässt sich das SHG definitiv nicht lumpen. Das Bild ist brillant, farbtreu und klar. Die verwendeten Field­flatter ­Linsen sorgen für ein verzerrungsfreies Bild.
Ganz am Rand des Blickfelds fallen bei genauer Betrachtung Farbsäume auf. Dies ist natürlich nicht optimal, jedoch auch kein Beinbruch. Warum?
Weil der Autor seine Augen auf äußerst unnatürliche Art und Weise verdrehen musste um diese Farbsäume zu entdecken.
Schaut man normal durch das Glas, sprich etwa beim Beobachten von Wild oder beim Abglasen des Waldrands, sind diese nicht wahrnehmbar.
Obwohl ein Fernglas mit 42 mm Objektivdurchmesser natürlich kein Nachtglas ist, schlug sich das SHG auch bei fortgeschrittner Dämmerung aufgrund der großen 5,25­mm­Austrittspupille,
der kontrastreichen Optik und der hohen Lichttransmission von 91 beziehungsweise 93 % beeindruckend gut.
Für die Verhältnisse eines gehobenen Budgetoptikherstellers ist das Attribut „Super high grade“ also durchaus als angemessen zu betrachten.