Pressebericht: Niedersächsicher Jäger 7/2010 – Zielger Montage
Artikel Niedersächsischer Jäger 7/210: Autor: Weinrich Widinger.
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ZIELFERNROHRMONTAGE – Keinerlei Nacharbeit
Geheimes „IWA 2010″-Glanzlicht – die Suhler ZP-Einhakmontage der Firma Ziegler Präzisionsteile
Die Suhler Einhakmontage (SEM) ist über 100 Jahre nach ihrer Erfindung immer noch bestechend, wenn es um das schnelle einhändige Auf- und Absetzen des Zielfernrohrs geht. Durch die Schwenkmontage, die ein unkompliziertes Montieren selbst großer Dämmerungsgläser oder Drückjagdoptiken als Zweitgläser ermöglicht, wurde die SEM aber zum Mauerblümchen.
Denn Arbeiten an einer klassischen SEM bedingen meisterliche (!) Fertigkeiten mit entsprechendem kostenträchtigen Zeitaufwand.
Diese Entwicklung kann durch eine auf der „IWA 2010″ vorgestellte neuartige und erstmals vollständig ein-baufertige Lösung umgekehrt werden: die Suhler ZP-Einhakmontage (ZP-EM) von Gerhard Ziegler. Seit Langem ist die Firma Ziegler Präzisionsteile (91166 Georgen sgmünd) eine feste Größe als Zulieferer hoch präziser Teile für die Formel 1. Gerhard Ziegler erkannte als begeisterter Jäger das Potenzial wie die Konstruktionsschwächen der SEM. Dies ließ ihn eine auf neuen Erkenntnissen basierende Einhakmontage entwickeln (drei Patente).
Auf Kipplaufwaffen
Der Vorderfuß trägt nicht mehr durch die Radien und die angepasste flache Auflage auf der Fußplatte, sondern mittels einer Klaue, die sich gegen eine schiefe Ebene anlegt und mit definierter Vorspannung bis zum Einrasten des Hinterfußes nicht verändert. Versuche in der Ziegler-eigenen Schießmaschine mit über 1200 Schuss 8 x 68 S haben kein messbares Spiel im rückstoßbelasteten Bereich des Vorderfußes ergeben.
Bei der ZP-EM liegt die Unterseite des Vorderfußes nicht auf der Fußplatte auf, sondern es zeigt sich konstruktionstypisch ein Lichtspalt, der bei der klassischen SEM das Zeichen handwerklichen Pfuschs oder eingetretenen Verschleißes war. Der Vorderfuß samt Objektivring wird nicht mehr als „Pärchen” mit der Fußplatte „halbfertig” geliefert, sondern einbaufertig als hochpräzises Serienteil, das keinerlei (1) Nacharbeit bedarf. Erreicht wird das durch den Verzicht auf die Radien, die bei der SEM zu Verschleiß der Klauen und der Vorderplatte durch unsachgemäßes Einhaken führt, der übl icherweise durch Antreiben „korrigiert” wurde.
Auch beim Hinterfuß liegt die Unterseite nicht plan auf dein Schlösschen auf, sondern zeigt auch den auffälligen Lichtspalt. Die Fußplatte hat zwar den SEM-typischen Schieber, aber die Kontaktflächen sind nicht mehr quadratisch, sondern konisch und tonnenförmig, sodass auch bei einer geringen „Unflucht” der Hinterfuß in der Fußplatte voll trägt. Auch der Hinterfuß ist ein Serienteil und muss nicht mehr durch Fräsen und Feilen ans Schlösschen angepasst werden. Mit einem Justierstift lässt sich der Hinterfuß auf ein absolut mittiges Längsspiel einstellen.
Auf Repetierern
Während die SEM in der Gegenwart – allenfalls – für feine Kipplaufgewehre als funktional und stilgerecht empfunden wird, hat die Schwenkmontage bei Repetierbüchsen eine nahezu marktbeherrschende Stellung erobert.
Man wies darauf hin, dass ein für lange Zielfernrohre auf dem Repetiererlauf montierter Montagesockel die Schussleistung beeinträchtigen könnte und so der Vorteil freiliegender Büchsläufe ohne Not geopfert würde. (Man vergaß aber, dass schwere Kornsattel noch weiter vorne sitzen und Ringriemenbügel und Visiersockel dann auch auf die Schussleistung Einfluss haben müssten, was aber nicht der Fall ist. Das kommt vor allem daher, dass derlei kurze Auf- und Anbauten fest mit dem Lauf spielfrei verbunden sind. Bei der alten SEM war das nur mit penibelster Handarbeit machbar.)
Wer jedenfalls Bedenken hat, dass die Schussleistung des Repetiererlaufs durch einen auf ihm platzierten Montagesockel beeinflusst werden könnte, kann sein Zielglas mit der ebenfalls neuen Kontra-ZP-Einhakmontage auf der vorderen und hinteren Hülsenbrücke montieren lassen. Ganz gleich auf welchem Otter- oder Längsprofil die Fußplatten montiert werden, die Passflächen der Gesteckteile passen hochpräzise, und ohne einen Feilstrich machen zu müssen, ineinander. Wie der Namensteil „Kontra” verrät, wird das Glas zuerst okularseitig eingehakt.
Auch für Zweitgläser
Sowohl für die Suhler ZP-Einhakmontage wie für die Kontra-ZP-Einhakmontage besteht ein weiterer Vorteil durch die Lehrenhaltigkeit aller Teile, indem es möglich ist, in die Fußplatten ohne Nacharbeit weitere Montagefüße einzusetzen und so seine Jagdwaffen kostengünstig mit Zielfernrohr-Garnituren auszustatten (die jeweils erforderliche Höhe der Hinterfuß-Unterteile kann mittels einer Lehre ausgemessen werden).
Eine moderne Option, die sich preislich in Höhe einer Schwenkmontage bewegt.
Alle Teile der ZP-EM werden bei Ziegler Präzisionsteile aus hochwertigem Material gefertigt: weißfertig oder brüniert, die Fußplatten glatt oder mit Strichgravur. Die Oberteile sind für verschiedenste Objektiv- und Mittelrohrdurchmesser bzw. für jedes Schienenprofil erhältlich ab Sommer 2010.



